Die Geschichte besteht aus mehreren Parallelhandlungen, die von den Ereignissen und Entwicklungen in allen verschieden gesellschaftlich relevanten Gruppen berichten. Diese Leseprobe kann daher leider nur einen recht unzureichenden ersten Eindruck bieten:

 

82 DIE NEUE JÜDISCHE PR

Der Lieferwagen der Malerfirma fährt vor der Synagoge vor. Rabbiner Deutscher begrüßt den Handwerker.

Der Fahrer: Na, was gibt es heute zu tun?

Der Rabbiner: Drei Hakenkreuze, ein „FICKT EUCH!“ und ein „Scheißjuden“ sind letzte Nacht gesprüht werden und müssen entfernt werden.

Der Fahrer: Ach, von diesem Rauhputz sind die Graffitis nur schwer wieder herunterzukriegen. Das ist immer ein Mist. …haben sie die Schmierereien schon fotografiert?

Der Rabbiner: Nein, das lohnt sich nicht. Der Staatsschutz meinte, er hätte schon ganze Fotoalben voll. Das ist ja immer das gleiche. …streichen Sie doch einfach alles drüber, wenn die Entfernung zu schwierig ist. 

Der Fahrer: Das ist auch nicht so ohne weiteres möglich. Man kann nicht 20 Farbschichten übereinander streichen, das blättert dann ab.

Der Rabbiner: Ach, machen Sie, was sie für richtig halten! Sie sind der Fachmann.

Der Fahrer wäscht seinen Pinsel aus: Haben sie hier eigentlich keinen Polizeischutz?

Der Rabbiner: Natürlich. Doch der Polizeiwagen ist auch besprüht worden. Die Polizisten sind wohl während des Dienstes eingeschlafen.

Der Fahrer: Ach so, der Wagen auf den jemand zwei Hakenkreuze und „Scheiß Judenbullen“ gesprüht hatte, war von Ihnen?

Der Rabbiner: Ja. Bald hat die Polizei kein einziges Auto mehr, das nicht angesprüht worden ist und deswegen neu lackiert werden muss. In Zukunft patrouilliert hier nur noch eine Fahrradstreife.

Der Fahrer: Ist auch besser, auf dem Fahrrad kann man wenigstens nicht so leicht einschlafen.

Der Rabbiner: Der Polizeichef meinte, wir brauchten eigentlich keinen Polizeischutz. Die Synagoge werde von Gott beschützt.


Der Fahrer: …und warum beschützt Gott nicht ihre Synagoge? …oder hat er auch Angst davor angesprüht zu werden?

Der Rabbiner: Machen sie sich ruhig lustig über unsere Religion. Gott hat Auschwitz nicht verhindert, warum soll er sich denn ausgerechnet um unsere kleine Synagoge kümmern?

Der Fahrer: Gott wird schon seine Gründe dafür haben…

Der Rabbiner: Was soll das denn nun schon wieder heißen? Kümmern Sie sich endlich um ihre Arbeit. Ich bezahle Sie nicht für Quatschen!

Der Fahrer: Seit wann zahlen Sie denn nur einen Cent? Das zahlt doch alles die Stadt.

Der Rabbiner: Ja genau. Juden zahlen nie etwas selbst! Juden sind alle Ausbeuter! Sie scheiß Antisemit!

Der Fahrer zuckt mit den Schultern und packt die Farbeimer wieder in das Auto: …jetzt kommt wieder diese Mitleidsmasche. …ich gebe ihnen einen guten Rat, lassen sie die Hakenkreuze doch einfach dran an ihrer Synagoge. Dann weiß jeder, woran er ist.

Der Rabbiner wird wütend: Sie werden lachen. Ich werde die Hakenkreuzschmierereien tatsächlich dranlassen. Jeder soll sehen, wie wir hier behandelt werden. Verpissen sie sich endlich!!!

 

EINE WOCHE SPÄTER.

Timmy und Mona diskutieren am Frühstückstisch die aktuellen Ereignisse. Mona liest gerade die Einheitszeitung, während Timmy sich ein Brötchen schmiert.

Mona ist sehr erstaunt: Du stell´ dir einmal vor, der Rabbiner ist angezeigt worden wegen „Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen“ nach § 86a StGB.  

Timmy: Ach, ist der Davidstern jetzt auch als verfassungsfeindlich eingestuft worden?

Mona: Nein, eigentlich nicht. Hier in der Zeitung steht: Die Synagoge sei laut einer Überprüfung des Staatsschutzes mit insgesamt 157 Hakenkreuzen besprüht worden, und der zuständige Rabbiner hatte sich geweigert, sie wieder entfernen zu lassen, obgleich die Stadt alles bezahlt hätte.

Timmy: Eine interessante Rechtsfrage ist das. Muss man Hakenkreuze von seiner Hauswand entfernen, die irgendein Unbekannter draufgesprüht hat? Hmm. Das weiß ich nicht.


Mona: Ich finde, der Rabbiner sollte sich ruhig anklagen und verurteilen lassen, dann kann er nachher wenigstens politisches Asyl in den USA beantragen.

Timmy: Keine schlechte Idee. Vielleicht kann er dann dort mit Wilhelm – Mustafa eine neue Religion gründen. Dann sind wir wenigstens beide los.

Mona: Magst du keine Juden?

Timmy: Die jüdischen Gemeinden werden auch mit Steuergeldern alimentiert – und das nicht zu knapp. Ich mag nur nichtreligiöse Juden.

Mona: Das ist schon richtig. Was wir bei Christen und Moslems kritisieren, dürfen wir bei Juden nicht einfach hinnehmen. Gleiches Recht für alle!

 

DERWEIL TRIFFT SICH DER VORSTAND DER JÜDISCHEN GEMEINDE

Rabbiner Deutscher hat eine wichtige Unterredung mit seinen Kollegen Harald Goldmann und Tobias Wuchercent. Die Lage der jüdischen Gemeinde ist sehr ernst, alle alten Sympathien sind verspielt. Die Bevölkerung macht die Engstirnigkeit und Sturheit der jüdischen Gemeinden für den langsam aber sicher aufkommenden Staatsnotstand verantwortlich. Fast täglich gibt es neue judenfeindliche Demonstrationen.

Der Rabbiner: Unsere Lage ist sehr, sehr ernst. Wir sind total in die Defensive gedrängt worden. Wir haben seit mehr als hundert Jahren einen Riesenpropagandaapparat betrieben, um dem Rest der Welt klar zu machen, dass Antisemitismus etwas ganz furchtbar Schlimmes ist. Wir müssen damit rechnen, dass das Land uns die Subventionszahlungen kürzt.

Tobias Wuchercent: Ich weiß nicht so recht… Irgendwann rächt sich doch alles. Vielleicht hätten wir uns doch im Ersten Weltkrieg lieber nicht mit den Deutschen anlegen sollen, nur um Palästina zu kriegen. Es hätte bestimmt bessere Möglichkeiten gegeben.

Harald Goldmann: Du meinst doch wohl nicht, dass tatsächlich irgendwas an dieser schäbigen Nazi – Propaganda dran ist? Die Engländer hätten uns Palästina versprochen, wenn wir die USA in den ersten Weltkrieg hineinziehen und damit den Deutschen eine Niederlage zufügen. Wir hätten Schuld am Versailler Vertrag, durch den dann die Nazis an die Macht kamen und dann den zweiten Weltkrieg anfingen.

Tobias Wuchercent: Ja, ja, das Übliche, die Juden haben an allem Schuld. Wir wollen doch mal ehrlich sein, Juden sind im Prinzip normale Menschen, die Gutes tun, aber hin und wieder auch nicht…


Der Rabbiner: Alles was wir machen, darf nur im Interesse von uns Juden liegen. Wir sind die wahren Herrscher der Welt, alle anderen haben sich zu fügen. Wir haben es nicht nötig, irgendeine falsche Einsicht zu heucheln, nur um die Deutschen auf unsere Seite zu ziehen, so wie es jetzt auf einmal die Moslems machen.

Tobias Wuchercent: Aber diese Beschneidungen von Buben sind schließlich auch bei uns intern umstritten.

Der Rabbiner: Richtig, intern. Die Deutschen haben sich nicht in unsere Angelegenheiten einzumischen. Sie haben zu kuschen und für die Verbrechen der Nazis zu zahlen, auf immer und ewig!

Tobias Wuchercent: Die Deutschen könnten allerdings eines Tages den Spieß umdrehen und uns für den Schaden haftbar machen, den wir ihnen durch den verlorenen ersten Weltkrieg zugefügt haben.  

Der Rabbiner wird ärgerlich: Kommen wir nun zum Thema. Was sollen wir machen, um unser Image wieder ein wenig aufzupolieren? Diese ständigen Demonstrationen und Schändungen unserer Synagogen müssen endlich aufhören!

Tobias Wuchercent: Wieso hat eigentlich diese komische Antifa noch keine einzige Solidaritätsdemonstration vor unserer Synagoge gemacht? Vor der abgebrannten Moschee demonstrieren sie jede Woche.

Harald Goldmann: Ach, das sind doch Linke. Die halten uns doch auch für Nazis. Genau wie die Rechten.

Der Rabbiner: Vielleicht sollten wir die Antifa etwas finanziell unterstützen, also den Verein einfach kaufen?

Harald Goldmann: Wozu das denn? Die breite Masse der Bevölkerung ist auch gegen die Antifa. Der Unterschied zwischen der Antifa und den Rechten ist nicht so groß…

Der Rabbiner: Mir kommt da eine Idee. Was ist, wenn wir die Synagoge selbst anzünden? Wir brauchen ohnehin dringend ein neues Gebäude. Die alte Synagoge ist schon über zehn Jahre alt und längst baufällig.

Harald Goldmann wehrt genervt ab: Ach nein, diese ständige Mitleidsmasche kauft uns doch ohnehin keiner mehr ab…

Der Rabbiner: Wir fassen also zusammen: Die Mitleidsmasche funktioniert nicht mehr, denn die Leute lassen sich keine falschen Schuldgefühle mehr einreden, und wenn wir Einsicht zeigen würden – und das ausgerechnet gegenüber den Deutschen! ­ - verlören wir unser Gesicht. Und das ständige Abzocken wäre dann auch vorbei. Nichts tun geht aber auch nicht… Also was nun?


Tobias Wuchercent: Wir spielen die beleidigte Leberwurst und wandern von hier aus, in die USA oder nach Israel. Von dort aus machen wir dann neue Hetzkampagnen gegen Deutschland, das hat auch schon im ersten Weltkrieg gut funktioniert.

Der Rabbiner schüttelt den Kopf: Ach, ich weiß nicht, der Schuss könnte auch leicht nach hinten losgehen…  Das Internet ist jedenfalls voll mit Hasstiraden gegen uns – weltweit!

Tobias Wuchercent: Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass wir auch endlich das Internet unter unsere Kontrolle bekommen müssen.

Harald Goldmann: Das ist auch wirklich ein Skandal! Die Leute melden einfach ihre Websites in anderen Ländern an, in denen noch Meinungsfreiheit herrscht!

Tobias Wuchercent: Da sollten wir uns auch mal an unsere eigene Nase fassen. Warum dulden wir weiterhin die liberalen Gesetze der USA zur Meinungsfreiheit?

Der Rabbiner: Wir müssen vorsichtig sein, auch in den USA haben wir keine Narrenfreiheit mehr.

Harald Goldmann: Ich sage es nicht gerne, aber wir brauchen dringend fachliche Hilfe. Vielleicht sollten wir die PR Agentur der Moslems beauftragen, wie heißt der Laden noch gleich?

Tobias Wuchercent: Meinen sie etwa die Firma Brainwashing Ltd.?

Harald Goldmann: Ja, ganz genau.

 

83 MOSLEMISCHE BESCHEIDENHEIT

Die moslemische Gemeinde hat zwischenzeitlich eine kleinere alte Fabrikhalle angemietet. Die Bauzeit der neuen Moschee wird voraussichtlich ein Jahr betragen. Leider ist der Zustand der Halle äußerst desolat. Er riecht muffig und modrig, Schimmel ist an den Wänden, und die noch vorhandenen Toiletten stinken wie eine Kloake. Der Vorstand der Gemeinde trifft sich.

Yilman: Das hier darf kein Dauerzustand sein! Das ist ja gesundheitsschädlich und menschenunwürdig hier!

Derweil läuft eine Ratte quer über den Fußboden, sie quietscht ein wenig und verkriecht sich dann in ihr Loch.


Ögul: Hast du das gesehen? …ist ja entsetzlich! Das hier ist kein würdevoller Ort. Warum haben wir diesen Schrott überhaupt gemietet? 

Yilman: Allah liebt auch die Tiere.

Ögul: Aber doch nicht Ratten, die sind nicht koscher.

Yilman lacht: Hmm. Merkwürdig ist es allerdings schon, die jüdische Synagoge ist momentan das einzige Religionsgebäude in der Stadt, das noch funktionsfähig ist.

Ögul: …mal abgesehen davon, dass es von vorn bis hinten mit aufgesprühten Hakenkreuzen versehen ist.

Yilman: Wieso? Das passt doch ganz gut.

Ögul: Der zuständige Rabbiner Deutscher hat deswegen übrigens einen Strafbefehl über 2.000,-- Euro bekommen wegen des Verwendens verfassungswidriger Zeichen. Er will den Betrag aber aus Protest nicht zahlen und sich stattdessen einbuchten lassen.

Yilman: Ach, diese Juden nutzen auch jeden Vorwand, um für sich Mitleid zu erwecken und Reklame zu machen.

Ögul: Was ist denn eigentlich mit den Neonazis? Von denen hört man in letzter Zeit überhaupt nichts mehr.

Die Tür öffnet sich quietschend, Kollege Hassan kommt herein: Hört´ mal, es gibt Nachrichten. Ihr werdet staunen!

Er zieht aus seiner Sakkotasche einen Brief heraus und liest vor: Die jüdische Synagogengemeinde möchte ihre Solidarität mit ihren christlichen und moslemischen Glaubensbrüdern unter Beweis stellen und jenen ab sofort wenigstens an jeweils einem Tag in der Woche ihre Synagoge den Christen und Moslems zur Verfügung stellen.

Ögul: Häh? …was soll das denn? So was ist doch gar nicht möglich!

Yilman: Normalerweise nicht. Ich würde das wohl auch so sehen.

Ögul: Selbst wenn dem so wäre, das wäre nicht unser Problem.

Hassan: Ich bin auch wegen dieses Briefes überrascht. Wir sollten uns besser nicht darauf einlassen, die Juden wollen uns nur kaufen und uns gefügig machen.

Ögul: Ja, das ist richtig. Wir dürfen uns von niemand abhängig machen, dann werden wir erpressbar. Wir haben genug eigenes Geld, und es wird auch nicht ewig dauern, bis die Versicherung den Schaden für unsere abgebrannte Moschee ersetzt hat. Vielleicht könnten wir auch kurzfristig von einem reichen Sponsor aus Arabien Geld bekommen. Wir haben doch alle Möglichkeiten.

Hassan: Ja, dann müssen wir aber endlich auch mal was übernehmen und nicht immer nur blöd ´rumquatschen.

 

84 DIE KIRCHE DER LETZTEN HOFFUNG

Timmy, Mona und Papa diskutieren mal wieder die Weltlage. Ein Artikel in der Einheitszeitung erhitzt alle Gemüter: Die Kirche der letzten Hoffnung ist in der vergangenen Woche nach einer Intervention des Europäischen Gerichtshofes in Straßburg endgültig in der Bundesrepublik Deutschland als Religionsgemeinschaft anerkannt worden. …und das wird weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen…

Diese Kirche wurde vor gut drei Jahren von dem ehemaligen Fußballspieler Dankwart Bleifuß gegründet, und die Öffentlichkeit hatte ihr bisher noch nie Aufmerksamkeit gezollt. Warum auch?

Gott dieser Kirche ist das fliegende Makkaronimonster, das gut und allmächtig ist und allen gläubigen Menschen teutonische Glückseligkeit und Reichtum vor dem Tode verspricht. Jawohl, „vor dem Tode“, Sie haben das schon richtig gelesen. Das ist der entscheidende Unterschied zu den herkömmlichen Religionsgemeinschaften, die den Menschen das Blaue vom Himmel für die nicht nachprüfbare Zeit nach dem Tode versprechen.

Die weiteren  Glaubensaussagen der Kirche der Letzten Hoffnung sind ansonsten von den alten Kirchen abgeschrieben, aber sie spielen ohnehin keine Rolle. Willkommen ist jedermann, der einen schriftlichen Aufnahmeantrag stellt und den üblichen Beitrag von 30,-- € im Monat zahlt, der Sozialtarif beträgt gar nur 10,-- €. Das war´s! …und bitte, haben Sie keine Angst: Sie müssen sich deswegen nicht taufen oder sich auch noch was abschneiden lassen. Es reicht aus, wenn Sie an die Allmacht des fliegenden Makkaronimonsters glauben –  falls nicht, dann wäre das auch nicht so schlimm. Das ist doch wohl ein klasse Angebot, nicht wahr?

Timmy ist hellauf begeistert: Das ist ja wahnsinnig! Sollen wir da nicht beitreten?

Mona ist entsetzt: Du hast sie ja wohl nicht mehr alle!

Papa: Na, nun mal langsam. So ganz abwegig ist das ja nun nicht. Das ist eine Kirche auch für Liberale. Man muss an wirklich nichts glauben. Man kann natürlich, aber man muss nicht…

Mona: …was soll das denn alles?

Timmy: Die Kirche der letzten Hoffnung verbietet ihren Mitgliedern Steuern an den Staat zu zahlen!


Papa denkt nach: Die 30,-- € für den Monatsbeitrag bekomme ich ganz bequem durch die eingesparten Steuern wieder herein. Das wäre doch zu überlegen…

Mona: Das ist doch ausgemachter Betrug so etwas! Dieser verkappte Fußballer will mit aller Gewalt  die Leute um ihr Geld betrügen. Merkst Du das denn nicht?

Timmy: Die Menschen zu zwingen gegen die Gebote und Verbote ihrer Religionsgemeinschaft zu verstoßen, würde die Religionsfreiheit verletzen und wäre illegal.

Mona: Aber das hat doch mit Religion und Religionsfreiheit nichts zu tun! Eine Religion müsste doch zumindest den Leuten sagen, woran sie glauben sollen.

Timmy: …aber warum denn? Wenigstens der evangelischen Kirche ist es doch auch völlig egal, woran die Leute glauben. Hauptsache ist, sie zahlen Kirchensteuern.

Mona: Nun ja, das stimmt natürlich schon. Aber diese komische Sekte ist doch offensichtlich nur aus dem einzigen Grund gegründet worden, um den Staat um Steuern zu betrügen.

Papa: Siehst du, wie ähnlich die Kirche der letzten Hoffnung den alten Kirchen ist! Die Religionsgemeinschaften müssen alle gleich behandelt werden, und ihre Gebote und Verbote müssen selbstverständlich respektiert werden.

Mona ist erbost: Was sind das denn auf einmal für Töne?!

Papa stottert: …ääh, ich meine natürlich, insofern, dass das nicht die Menschenrechte verletzt. 

Mona: Aber so etwas funktioniert doch nicht!

Timmy: In diesem Land ist doch wirklich alles möglich. Kinderschändungen wurden legalisiert, und die Sklaverei ist auch wieder erlaubt worden.

Mona: Nun ja, die Religionsfreiheit ist natürlich wichtig.

Papa überlegt: Hmm. Ich könnte jeden Monat mindestens 800, sagen wir ruhig 1000 Euro Steuern sparen…

Timmy: Ich denke, Du zahlst noch mehr Steuern?

Papa: Wer zahlt den schon so viel Steuern, wie er eigentlich müsste?

Timmy: Du hinterziehst also Steuern?

Papa: Formulieren wir es lieber so: Ich verkürze meine Ausgaben…


Mona: Warum bist Du nicht Politiker geworden?

Papa: Ich bin leider nicht hübsch genug für die Wahlplakate. …und stellt Euch mal vor, ich könnte dann Euer Taschengeld erheblich erhöhen…

Timmy: Oh prima, ist eigentlich für Kinder und Sozialhilfeempfänger der Mitgliedsbeitrag geringer?

Mona: Ich fasse es nicht!

Timmy: Man kann da ja schließlich auch jederzeit wieder austreten, das ist ja nicht wie bei der richtigen Kirche.

Mona: Du zahlst doch jetzt sowieso noch keine Steuern!

Timmy: Allein für das Smartphone musste ich mehr als 50 Euro Mehrwertsteuern hinblättern!

Mona: Gilt das etwa auch für Verbrauchssteuern?

Timmy: Na klar! Du musst an der Supermarktkasse einfach nur Deinen Mitgliedsausweis vorlegen, dann wird die Mehrwertsteuer sofort wieder abgezogen!

Mona: Hmm. In der Einheitszeitung steht, dass in den ersten drei Monaten schon mehr als hunderttausend Leute dieser Sekte beigetreten sind.

Papa: Wir brauchen ja nichts zu übereilen, aber wir werden die Sache im Auge behalten.

Timmy und Mona nicken: Das ist wirklich eine vernünftige Idee!