Deutschlandpolitik

Wir Deutsche haben nicht nur Schwierigkeiten unsere Identität im neuen Europa zu finden, sondern auch unsere eigene in Deutschland. Dabei hätte ich schon einmal das erste Problem beim Namen genannt, es gibt keinen allgemeinen Konsens über die Frage, was denn "Deutschland" überhaupt sein soll. Der deutsche Patriotismus ist da eher regional begrenzt, auf Wessis und Ossis in der neuen Bundesrepublik (die eigentlich gar nicht so neu ist), auf Österreicher und auf die vielen deutschen Minderheiten, die es in fast allen Nachbarländern gibt.

Ein großdeutscher Staat wäre zu mächtig, und deshalb wurde Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg wieder in drei Staaten geteilt. Es wäre jedoch sinnvoller gewesen, Preußen im Norden wiederzubeleben und im Süden den Donaubund mit den jetzigen Südstaaten der Bundesrepublik, Österreich und evt. wieder mit Ungarn zu gründen. Diese Aufteilung wäre für die Menschen weniger schmerzhaft gewesen, da sie den regionalen Gegebenheiten Rechnung getragen hätte. Aber dieses Frage hat sich zwischenzeitlich erledigt.

Der deutsche Patriotismus bezieht sich auf die wirtschaftlichen Erfolge der Nachkriegszeit, aber nicht auf die Liebe zum Land. Patriotismus zeigt sich allenfalls beim Fußball, oder wenn man vermeintlich oder tatsächlich sich durch zu viele Einwanderer bedroht fühlt.

Die Liebe zum neuen Europa darf aber natürlich nicht für Deutsche die Liebe zu Deutschland, für Franzosen die Liebe zu Frankreich u.s.w. ausschließen. Aber vielleicht fällt es für uns Deutsche besonders schwer, "unser" Land zu lieben, denn Deutschland ist ein äußerst schwieriges Land...

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