Amerika

 

Ein Bild aus den 50ger Jahren: Tante Lotte aus Amerika.

Sie arbeitete als Sekretärin in einer Lastwagenfabrik in Ohio, 1957 haben wir zum letzten mal etwas von ihr gehört. Ich war damals zwei Jahre alt. Dieses Foto ist die einzige Erinnerung.

Das Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika war nie problemlos. Die relative Mehrheit der US - Amerikaner hat deutsche Vorfahren. Im ersten Weltkrieg wurden Deutsche in den USA verfolgt. Seitdem gibt es dort kaum noch deutsche Städtenamen.
Der Nationalsozialismus polarisierte auch die USA. Doch die Gegner siegten und nahmen dafür gar eine Allianz auf Zeit mit der verhaßten atheistischen, kommunistischen Sowjetunion in Kauf.

In der Nachkriegszeit waren die USA für viele Europäer ein Vorbild, das Land wurde idealisiert, was sicherlich ein Fehler war. Die riesigen US Autos beeindruckten, das Auto auf dem Bild oben war wahrscheinlich billiger als bei uns ein Volkswagen - Käfer, so daß es sich fast jeder leisten konnte. Farbfernseher, Nylonstrümpfe und später die Mondraketen begeisterten uns Europäer.
Doch durch den Vietnam - Krieg nahm das Ansehen der USA Schaden. Eine wirkliche Amerikafeindlichkeit gab es in Deutschland aber eigentlich nie. Das gute Amerika wurde immer geschätzt, auch von seinen ärgsten Kritikern. Die amerikanische Kultur beeinflußt unser aller Leben, sei es durch die Musik, den Film oder durch das Fernsehen.

Seit dem Jahre 2001 habe ich wieder neue Kontakte mit Amerikanern, seitdem meine amerikanische Fassung von www.pro-liberal.com online ist. Meine Website stößt bei den Amerikanern wohl auf Unverständnis, positive Reaktionen habe ich eigentlich nur von Anhängern der Freidenkerbewegung erhalten, nicht aber von "normalen" Bürgern. Die Menschen können dort offensichtlich nicht begreifen, weshalb ich mich kritisch mit den Mißständen in der Bundesrepublik Deutschland auseinandersetze. Ein naiver Patriotismus ist in Amerika wohl noch immer weit verbreitet. Sie idealisieren Amerika so, wie wir Europäer es einst getan haben.
In früheren Zeiten wanderten Europäer aus wirtschaftlicher Not oder wegen ihrer politischen und religiösen Verfolgung nach Amerika aus. Doch das sind keine Probleme, die sich auf die Vergangenheit beschränken. Auch ich sehe für mich keine Existenzgrundlage mehr in der Bundesrepublik Deutschland, nach allem, was ich mit den Behörden hier erlebt habe.

 

Doch das Land meiner Träume ist Kanada:
Großzügige Weiten, eine faszinierende Natur, eine Bevölkerung, die insgesamt europäischer ist als die der USA.

Was will man mehr? Der Enge Europas zu entfliehen ist ein Traum. Aber ich brauche, um ein glückliches Leben führen zu können, ein liberale Gesellschaft. In Europa würde ich mich in den Niederlanden am wohlsten fühlen.

Also möge ein jeder seinen Beitrag leisten, dieses Gedankengut weltweit zu verbreiten.

Ich würde gerne diese Herausforderung in Kanada annehmen!

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