Mein Skandal

Einen eigenen Skandal zu haben, ist ein absolutes Muß, wenn man im öffentlichen Leben steht. Stefan Raab macht Reklame damit, wenn ihn Leute verklagen, die er beleidigt hat. Wer keinen Skandal hat, ist tot.

Mit Schmuddelgeschichten und Sexaffären kann ich Ihnen leider nicht dienen. Ferner habe ich keinen zweiten Wohnsitz in Monaco angemeldet, um Steuern zu sparen, und außerdem habe ich niemals im betrunkenen Zustand Polizisten verprügelt. Heute morgen habe ich meine Kontoauszüge von der Sparkasse abgeholt. Auf keinem Konto ist eine Schwarzgeldzahlung in Höhe von einer Million € eingegangen, von der ich selbst nicht weiß, von wem sie stammt.

Ich bin also ein total langweiliger Typ. Von wegen! Lassen Sie sich einmal überraschen, was ich Ihnen zu berichten habe...

Sie wissen, daß man in diesem unserem Lande immerhin den Bundeskanzler unbestraft als Verbrecher bezeichnen darf - doch mit solchen Kleinigkeiten gebe ich mich erst gar nicht ab.
<<<<<...denn ich hatte diesen evangelischen Pfarrer öffentlich bezichtigt, Steuern hinterzogen zu haben.
Da der evangelische Pfarrer Angst um seinen mutmaßlich noch vorhandenen guten Ruf hatte, und er die öffentliche Auseinandersetzung scheute, - warum eigentlich, wenn er nichts zu verbergen hatte? - ließ er mir vom Herner Amtsgericht die Nennung seines Namens verbieten (5C288/00).
Das Herner Amtsgericht bezeichnete anschließend in der Verhandlung gegen mich meine Vorwürfe als "fixe Idee" (8Ls33Js154/00), doch anhand der jetzt endlich vollständig vorliegenden Beweisstücke, können Sie sich nun eine eigene Meinung bilden.

Hinweis: Die Aussagen des evangelischen Pfarrers sind wörtlich zitiert und in Kursivbuchstaben wiedergegeben.

Der evangelische Pfarrer berichtete vor dem Herner Amtsgericht, daß er von der Verteilung meiner Flugblätter erfahren habe: "Nach Rücksprache mit meinem Anwalt bin ich dann zur Polizei gegangen. Ich wollte die weitere Verteilung verhindern."
Warum hat er erst mit seinem Rechtsanwalt Rücksprache gehalten, obgleich die Sache eilig war? Fürchtete er eine Gegenanzeige wegen falscher Anschuldigung?

Im weiteren Verlauf der Verhandlung hat der evangelische Pfarrer sich wie folgt zum Vorwurf der Steuerhinterziehung geäußert: "Bezüglich der Steuerhinterziehung kann ich nur sagen, daß gegen mich noch nicht ermittelt wurde."
Dieses "noch" ist eine starke Relativierung, wurde gegen ihn also doch ermittelt?

 

 

 

 

 

 

Links: Schwägerin

Rechts: Gruft

Evangelischer Pfarrer: "Meine Schwägerin hat die Gruft hergerichtet."
Wirklich tapfer! Diese körperlich relativ schwache Frau hat allein die schwere Gartenarbeit erledigt!

Evangelischer Pfarrer: "Die Abrechnung für die Beerdigung habe ich erstellt." ...und: "Es sollten Blumen, Erde und Arbeitslohn entlohnt werden."
Aha! Er berechnete 500,-- DM für die Herrichtung der Gruft. Für legale Arbeit ist das viel zu billig, andererseits sind 500,-- DM aber auch kein Bagatellbetrag, so daß man die ganze Geschichte noch als "Nachbarschaftshilfe" abtun könnte...

Mir kam die Sache komisch vor, und so verlangte ich die Ausstellung einer schriftlichen Rechnung, was ja wohl völlig normal ist.
Etwa 14 Tage später erhielt ich vom Bruder des evangelischen Pfarrers diese handgeschriebene Postkarte mit dem Text: "DU IDIOT, WENN DU EINE RECHNUNG WILLST, GEH´ ZUM FRIEDHOFSGÄRTNER." Die Postkarte ist versehen mit der vollständigen Absenderangabe, der Telefonnummer und der Bankverbindung des Bruders des evangelischen Pfarrers, außerdem ist noch die Telefonnummer des evangelischen Pfarrers angegeben. Diese Daten darf ich jedoch aus rechtlichen Gründen nicht reproduzieren.

Ja, und jetzt kommen wir zur Gretchenfrage: Welchen Grund könnte ein Handwerker haben, für seine ordentliche Arbeit keinen schriftlichen Beleg auszustellen?
SIE DÜRFEN DREIMAL RATEN!


HIER KÖNNTE IHRE STELLUNGNAHME STEHEN!

Sehr geehrter Herr Pfarrer!

Wer ein gutes Gewissen hat, der hat es nicht nötig, ständig mit gefälschten Absenderangaben versehene Eintragungen in fremde Gästebücher zu machen.

Da Sie sich ja nun wirklich absolut nichts vorzuwerfen haben, werden Sie sicherlich von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich hier an dieser Stelle ordnungsgemäß zur Sache zu äußern. Vielleicht war ja alles nur ein harmloses Mißverständnis.

Ihr Schweigen wird aber jede Leserin und jeder Leser für sich interpretieren!

Joachim Koßmann

 

Na, wie hat Ihnen MEIN SKANDAL gefallen? Sagen Sie mir ruhig Ihre Meinung!